Fehlende Kita-Plätze? Kein Problem, wenn ein Ort „zusammenhält“…

Wenn es brennt im Ort, dann zeigt sich, wie gut es um den „Zusammenhalt“ eines Ortes bestellt ist. Das gilt natürlich bei „echten“ Bränden für die (bei uns auf dem Land fast immer ehrenamtliche) Feuerwehr. Das gilt aber genauso in anderen brenzligen Situationen.

Vor 30 Jahren gründeten Eltern hier im Ort angesichts fehlender Kita-Plätze einen Verein, der eine von Eltern getragene Kita auf die Beine stellte. Heute hat sich daraus eine 4-gruppige Kita entwickelt – noch immer “von Eltern getragen”.

Vor zwei Jahren war klar, dass die Zweigstelle der einzigen weiterführenden Schule am Ort schließen wird – und wieder fanden sich Eltern, Bürger und auch Lokalpolitiker aller Parteien und beschlossen, den „Karren gemeinsam aus dem Dreck“ zu ziehen. Eine Realschule in freier Trägerschaft wurde gegründet, diesen Sommer wird sie im Schulgebäude am Schoelkensdyck starten.

Nun brennt es wieder im Ort: Gut 30 Familien werden im August in Wachtendonk und vor allem auch in Wankum keinen Kita-Platz in einer der bestehenden Kitas bekommen. Und wieder halten alle zusammen, um das Problem zu lösen: Die vor 30 Jahren gegründete Elterninitiative erklärt sich bereit, die Trägerschaft einer Übergangslösung und später einer zweiten Kita in Wankum zu übernehmen. Eine freie Wählervereinigung organisiert ein Grundstück für die spätere Kita. Ein Fraktionsvorsitzender einer anderen Partei überzeugt einen „alten Freund“ – Architekt und aus Wachtendonk stammend – sich trotz vollem Auftragsbuch und Terminkalender Zeit zu nehmen für die Planung einer Kita-Übergangslösung im nur teilweise genutzten Schulgebäude. Und selbst ein (von Natur aus sparsamer) Kämmerer schließt nicht aus, aus dem Gemeindehaushalt einen Zuschuss für eine „gute Lösung“ bereitzustellen – auch wenn die Verantwortung für Kitas eigentlich bei der fernen Kreisverwaltung liegt.

Ich habe dank der breiten Unterstützung – auch wenn noch immer viel zu tun ist – mittlerweile keinen Zweifel mehr, dass wir eine gute Lösung für dieses aktuelle Problem finden werden.

Solche Momente des „Zusammenrückens“ bewegen mich. Ich bin froh, in solchen Momenten selbst einen kleinen Beitrag leisten zu dürfen. Und solche Momente sind auch einer der Schlüssel zu meiner Motivation, mich hier „im Dorf“ als Bürgermeister zu bewerben. Gemeinsam können wir viel erreichen. In meinen Augen gibt es kaum etwas Motivierenderes, als „Wegbereiter“ für solch gemeinsame Leistungen zu sein.

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