Ein Wall in Wankum, ein Baugebiet, 10 Verlierer. Wie gehen wir mit Konflikten um?

Konflikte sind leider auch bei uns in Wachtendonk und Wankum unvermeidlich. Unterschiedliche Interessen münden zwangsläufig in Forderungen, die auf den ersten Blick oft „unvereinbar“ scheinen. Doch wie gehen wir mit solchen Situationen professionell und im Sinne eines „harmonischen Miteinanders“ um?

Auch wir hier in Wachtendonk und Wankum zeigen leider bisweilen, wie man es besser nicht macht. Aktuelles Beispiel: Die Vorbereitungen zur Fertigstellung eines Baugebietes im Ortsteil Wankum mutieren zur „Niederlage“ für fast alle Anwohner. Als „letzte Hoffnung“ haben diese sogar den Petitionsausschuss des Landtages angeschrieben. Vergebens. Die Rodungsarbeiten am Wall (um den sich der ganze Streit dreht) haben begonnen, schon bald wird dieser „entgrünt“ auf seine Beseitigung warten.

Dabei gab es doch eine turbulente Ratssitzung, in der einige Vertreter der im Rat vertretenen politischen Parteien darum gerungen haben, eine vertretbare Lösung zu finden. Doch letztlich war das im Rahmen einer solchen Sitzung nicht möglich – zumal die betroffenen Anwohner sich in der laufenden Diskussion nicht mehr äußern konnten. Im Ergebnis durfte die Lokalpolitik dann „zwischen Pest und Cholera“ entscheiden – „irgendwas dazwischen“ kam dabei heraus.

Vieles war offensichtlich bereits im Vorfeld dieser Ratssitzung so grundsätzlich schief gegangen, dass in dieser Situation keine einvernehmliche Lösung mehr möglich war.

Es gibt durchaus Werkzeuge, mit solchen Problemen professionell umzugehen, beispielsweise die „Mediation“. Vor einigen Monaten habe ich mich dazu entschlossen, eine berufsbegleitende Weiterbildung zum „Mediator“ zu absolvieren. Dabei lerne ich wie man in Konfliktsituationen den „Konfliktparteien“ hilft, Verständnis füreinander zu entwickeln und ihnen so die Chance gibt, gemeinsam und „auf Augenhöhe“ eine Lösung für solche und vergleichbare Probleme zu finden.

Ich bewerbe mich als Bürgermeister der Gemeinde Wachtendonk, nicht als „Mediator“. In dieser aktuellen Krise hätte ich mir jedoch gewünscht, solch ein Mediator wäre rechtzeitig in diesen Prozess eingebunden worden. Vielleicht hätten wir dann jetzt eine “bessere“ Lösung am „alten Sportplatz“ – und 10 Anwohner weniger, die sich als die „Verlierer“ eines Konfliktes fühlen.

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